„Löwen“ reißen TSG-Elf früh aus allen Träumen
Neustrelitz. Fußball-Pokalfest im Neustrelitzer Parkstadion ohne Happy End: Die Oberliga-Kicker der TSG mussten sich vor 4200 Fans gegen die drei Klassen höher spielenden Münchener „Löwen“ mit 0:2 (0:2) geschlagen geben. „Das Normale ist eingetreten“, schätzte TSG-Coach Lothar Hamann nach 90 Minuten, in denen der Zweitligist weitgehend den Takt angab, nüchtern ein. Gäste-Trainer Marco Kurz war verständlicherweise sichtlich zufrieden mit seinen Jungs: „In der ersten Pokalrunde ist eine Blamage für den Favoriten immer drin. Deswegen wollten wir gleich von Anfang an aggressiv zu Werke gehen. Das hat mein Team gemacht, wenngleich ich mir das eine oder andere Tor mehr gewünscht hätte.“
Schafften es die „Hamänner“ vor einem Jahr gegen Bundesligist Karlsruher SC (0:2) noch in die Verlängerung, so entschieden die „Löwen“ die Partie diesmal im Blitztempo. Ein Doppelschlag in der 22. und 23. Minute durch Ex-Nationalspieler Benjamin Lauth und Mustafa Kucukovic stellte schnell klare Verhältnisse her. Und auch nach dieser Führung sorgten die „Sechziger“ für die Musik auf dem Platz: Zweimal musste Ingo Wunderlich noch auf der Linie für die Neustrelitzer retten, und auch TSG-Keeper Robert Schelenz hielt, was zu halten war. TSG-Kapitän Dirk Rochow, der als Abwehrchef überzeugte, gestand daher nach Spielschluss auch ein: „Wir sind viel zu ängstlich und vorsichtig in die Partie gegangen, haben die erste Halbzeit praktisch verpennt. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Aber man muss auch sagen, dass die Münchener enorm Druck gemacht haben.“ Genau diese Angst vor den Profis von 1860 ärgerte auch seinen Trainer: „In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt, dass sie nichts zu verlieren haben“, so Hamann, der dann eine andere TSG-Elf auf dem Platz erlebte. Nun setzte der Oberligist die vom Trainer geforderten Konter-„Nadelstiche“, ohne allerdings den Zweitligisten ernsthaft in Gefahr zu bringen. Dennoch, allein Velimir Jovanovic (60./68.) nahm zwei Mal das „Löwen“-Gehäuse ins Visier. „Nach dem Wechsel haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können. Schade, dass uns kein Tor gelang“, meinte der quirlige Jovanovic nach dem Abpfiff der Partie, in der die Neustrelitzer Seite mit einigen Entscheidungen von Schiri Bibiana Steinhaus haderte.
Mit Blick auf die in einer Woche beginnende Oberliga-Saison – dann heißt der Auftaktgegner Preussen Berlin – konnten die Hamann-Schützlinge in Durchgang zwei durchaus Mut tanken. Besonders die Flügelzange Jacobsen-Wunderlich sorgte für Schwung, und die neuformierte Abwehr, in der auch Norman Richter und Sven Ehrcke durchaus gefielen, lässt hoffen. Schade, dass die Neustrelitzer mehrere Überzahl-Aktionen vorschnell abschlossen. Als in der 89. Minute Kapitän Dirk Rochow mit einem Gewaltschuss nur knapp das Münchener Tor verfehlte, hatten sich die Platzherren den Ehrentreffer verdient. So blieb es wie vor einem Jahr bei einer 0:2-Niederlage. TSG-Fazit nach 90 Pokalminuten: Wunder ausgeblieben, dennoch nicht enttäuscht.
TSG: Schelenz – Richter, Rochow, Ehrcke – Scholl – Mätschke (55. Müller), Simic, Duggert – Jacobsen, Wunderlich – Jovanovic
Quelle: Nordkurrier
Eingestellt von Rene Werner
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